Freitag, 3. August 2012

+++Liebe Meer

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Wieso bin ich hier? Habe ich nicht gesehen, wie die Deiche brachen, wie die Ffluten kamen und sich alles nahmen, was sie kriegen konnten? Wie sie so schnell und tosend, stürmisch und allumfassend, mächtig und gründlich Städte ertränkten, Keller füllten und Vieh ersäuften?
Doch stehe ich hier, auf dem Scheitel neuer, höherer Dämme, wieder bis zum Rand von peitschenden Wellen bedroht, wieder aufgeweicht und dem Brechen nahe.
Der Sturm schmeißt die Gicht hoch und obwohl die Augen vom Salz brennen kann ich den Blick nicht abwenden, nicht blinzeln, mich nicht umdrehen.
In starrer Erfurcht begaffe ich eine Woge, die vor mir zerschellt, wie eine Provokation oder eine Einladung. Eine Drohgebärde dieser Macht, ein Muskelspiel und doch ein Heranwinken.
"Komm nur, komm", scheint das Meer unter dem Pfeifen des Windes und dem Rauschen des Wassers zu flüstern.
Und ich? Wie kann ich ihr widerstehen, dieser Flut?
Ich fange an vorwärts zu gehen.
Mein Fuß taucht ein und das eiskalte Wasser reißt an meinen Beinen, lässt sie taub werden, krampfen.
Ich taumele und beiße die Zähne zusammen.
Schon wieder trifft eine Welle den Deich von dem ich herunter trete, lässt das Wasser bis unter meine Hüfte steigen. Ich sauge Luft ein, erschrocken über diese plötzliche Berührung. Wie eine Grenzüberschreitung lässt es mich kurz zu sinnen kommen. Das Blut zieht sich aus der unteren Hälfte meines Körpers zurück und drückt in den Kopf.
Mir ist schwindelig und mein Herz hämmert. Ich kann nicht anders.
Noch einen Schritt vorwärts und die See umarmt meinen Bauch, meine Nieren, meinen Rücken.
Ich lasse mich fallen. Ich dringe voll und ganz durch die Wasseroberfläche, diese unscheinbare, unwirkliche Scheidewand zwischen Luft und wasser.
Sofort trägt das Meer mich, zieht mich, zerrt an mir, als hätte es auf mich gewartet.

Es ist dunkel und still. Das Kreischen der Wellen, das Brüllen des Sturms, all das verliert hier unten an Bedeutung. Wie an Händen geführt zieht mich die Strömung nach draußen, nach unten, umspült mich,spielt mit mir, reißt an mir.
Ich wage nicht zu strampeln, als könnte ich das Meer verärgern.
Meine Lunge schmeckt nach Salz und langsam lasse ich los, verliere mich im dumpfen Vergessen, in der Ohnmacht.

Als ich die Augen öffne liege ich an einem grauen Strand.
Aufgedunsen und verwaschen, vollgesogen mit Salzwasser blinzele ich in den Abendhimmel. Das Meer hat mir nichts als Fetzen am Leib gelassen und ich fühle kleine Steine und Muschelreste unter mir.
Ich winde mich im feuchten, kalten Sand. In meinem Rücken dröhnt und rattert eine Großstadt, doch das Meer liegt ruhig und still da.
Ich richte mich auf, meine Hände graben sich tief in den Schlick.
Auf wackligen Beinen komme ich zum Stehen.
Ich öffne den Mund, nicht sicher ob ich etwas sagen sollte. Die See liegt da, ruhig, gelassen, glatt und beinahe regungslos.
"Warum?", frage ich, doch bekomme ich nur ein leises Säuseln, ein entferntes Rauschen als Antwort.
"Warum?", frage ich nochmal und nochmal, "Warum?"
Sie antwortet nicht, steht da, sie so groß, so unglaublich groß und ich so klein, so unbedeutend.
"Warum?", schreie ich schließlich, "Warum schickst du mich zurück, jetzt da ich dich kenne?", doch die See schweigt.
Regungslos starre ich in den Horizont, wo sich die See und der Himmel in gemeinsamem Blau vereinen.

Samstag, 30. Juni 2012

+++Richt Euch!

+++So, ein halbes Jahr Bundeswehr habe ich hinter mir.
Ist schon interessant, wie anfangs viele sagten, dass sie sich das überhaupt nicht vorstellen könnten, dass ich dahin ginge.
Doch gestern wurde mir gesagt, die Bundeswehr passe mittlerweile zu mir, oder anders herum ich passe zur Bundeswehr.
Man kann das als Beleidigung sehen, wenn man in Soldaten seelenlose, verdummte Mörder sieht. Aber ich behaupte einfach mal (vorallem da ich weiß, dass dieses Bild nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein könnte), dass sich das viel mehr auf meine neue charakterliche Struktur bezieht.
Ich merke es selbst, irgendwie bin ich stringenter geworden, ziehe Sachen einfach mal durch, bis zum Ende, habe Struktur in meinem Tun und Reden und lasse mich nicht mehr so leicht aus der Fassung bringen.
Auf der anderen Seite habe ich die Worte einer YFU-Freundin in den Ohren, die mal sagte alle Leute, die sie kenne, die lange bei der Bundeswehr waren hätten sich in arrogante Arschlöcher entwickelt (hey, das war ich vorher doch auch schon? ;) ).

Naja. Irgendwie steht für mich die Offizierslaufbahn im Raum. Die Überlegung, 12 Jahre lang Soldat zu sein, geschliffen und gebildet zu werden im Sinne der Streitkräfte. Das ist harte Arbeit, das ist vorallem aber Verbindlichkeit und eine damit verbundene Planungsunsicherheit im privaten Bereich. Der Offizier an sich pendelt nämlich häufig und viel, wird meist alle 2 Jahre versetzt - von Lehrgängen und Schulungen ganz zu schweigen.
Auf der anderen Seite ist der Beruf nicht nur lukrativ (vorallem wenn man das Bildungsangebot betrachtet), sondern bietet eben auch andere Vorteile.
In der militärischen Gemeinschaft kann man sich immer auf bestimmte Gegebenheiten verlassen. Pünktlichkeit, Präzision und Ordnung. Jeder weiß in jeder normalen Situation immer, wie er zu handeln hat. Alles geht Hand in Hand ineinander über (mit Ausnahmen, aber das ist nicht dem System, sondern einzelnen Personen zu verschulden).
Man darf hierbei natürlich nur eins nicht vergessen: längere Verpflichtung heißt immer auch, dass man für Auslandsverwendungen in Frage kommt. Nun sind die beiden großen Interventionseinsätze bald zuende (und keine neuen geplant, vorallem weil die Stimmung in der Bevölkerung und im Parlament klar dagegen steht), von daher ist das keine reale "Gefahr".
Hmpf.
Naja, ich habe noch Zeit.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

+++Die Sonne über Merkur

+++Sonnenaufgang auf Merkur
und ich hab es nicht gemerkt
starrt auf meine Hände nur
Augen noch vom Schmerz verzerrt

An der Herd - versengt die Hand,
Schmerz birgt die Erinnerung.
Augen weit, die Haut verbrannt,
schwelgend schweigt die Stimme stumm.

Sonne schiebt sich hoch und höher
schreckend sehe ich empor
dass ich jetzt gerad gezögert
Grund, dass ich mich ganz verlor

Licht erfüllt den Himmel ganz
Hitze trägt die Sinne fort
geschmeichelt von Koronen-Kranz
alles anmutig verdorrt

Asche werd' ich vor ihr wieder
freudig fackelt mein Gebein
Asche steigt und sinkt nicht wieder
um ihr immer nah zu sein

"Neptun", wünsche ich zugleich
"wünscht du wärst von mir bewohnt!
Kennst die Sonne nur so bleich,
Schönheit ihrer dich verschont."

Weit entfernt doch ist die Kälte,
Schatten, Schutz vorm Sonnenlicht
Kriege ja, was ich bestellte
auf Merkur wohnt's sich gar so dicht.

Freitag, 28. Oktober 2011

+++Aufräumen

+++Ich habe es mir dieser Tage zum Auftrag gemacht, alle negativen Einflüsse aus meinem Leben zu verbannen. Alles, was schmerzt, was mich belastet oder runter zieht wird beseitigt, repariert, aufgeräumt oder restlos vernichtet und aus meinem Gedächtnis getilgt. Ich habe keinen Schüler/StudiVZ-Account mehr, kappe den Kontakt zu einigen Menschen, Räume mit brutaler Ehrlich- und Gründlichkeit auf und werfe alles weg, was nicht absolut wichtig ist. Man, das tut gut. Sogar meine Haare sind wieder saukurz. I say, let me never be complete. I say, may I never be contempt.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

+++Hm.

+++Ich sollte hier mal wieder schreiben, wie? Ja, ich hab meinen Blog n bisschen verkommen lassen im letzten halben Jahr oder so. Aber das liegt wohl hauptsächlich daran, dass ich nicht weiß, was ich schreiben soll, weil ich momentan einfach nicht der Meinung bin, dass irgendwas von dem, was ich denke noch großes Interesse auslöst. Ich hab selbst aufgehört Blogs zu lesen. Ich würde auch Facebook voll aufgeben, wenn das nicht noch von vielen benutzt wird um mit mir in Kontakt zu treten. Diese ganze Trivialität regt mich so auf. Nichts hat noch wirklich viel Bedeutung. Vielleicht ist es ein wenig wie die eine Stelle aus dem Anhalter: in ihr wird eine Foltermechanik beschrieben, deren einzige Funktion ist, einem die Insignifikanz im Vergleich zum Universum zu zeigen. Vielleicht passiert mir das gerade. Jetzt, wo ich vor den größten Entscheidungen meines bisherigen Lebens und mit völliger Freiheit konfrontiert werde bin ich aufgeschmissen. Es kann auch daran liegen, dass ich momentan nicht wirklich weiß, wer ich bin. Also ich weiß, wer ich bin, wie ich in sozialen Situationen funktioniere, was ich grob kann und was mir Spaß macht. Aber ich weiß nicht, wer ich in dieser Gesellschaft bin. Ich beobachte mich dabei, dass ich in Situationen mit anderen Menschen immer so sehr damit beschäftigt bin, mich selbst und die anderen zu beobachten (ja, das zweite Mal "beobachten" in diesem Satz ist gewollt) um wirklich in irgendeiner Weise natürlich zu agieren. Ist diese Art zu gehen normal? Sieht das zu tuckig aus, wenn du deine Hand in der Hüfte abstützt? Auch wenn das ne recht gemütliche Haltung ist? Solcherlei Dinge. Und ich mache mir meine Gedanken, setze die Gedanken in Aktionen um und der zeitliche Unterschied durch die Überlegtheit meiner Bewegungen sorgt dafür, dass sie schlacksig wirken, dass sie unbeholfen wirken. Auf dem Knorkator Konzert kam mir dazu die Einsicht, dass ich mich viel zu wenig tatsächlich mit "Männlichkeit" auseinander gesetzt habe und häufig finde, dass ich mir ein männliches Vorbild suchen sollte, weil ich meiner Meinung nach meine Geschlechterrolle nicht richtig ausfülle. Oder vielleicht ist diese Rolle in der Kindheit in einer Art geprägt worden, die jetzt gerade für mich nicht erfüllbar ist? Ich weiß es nicht. Naja, vielleicht schreibe ich mal wieder.

Sonntag, 7. August 2011

Sonntag, 19. Juni 2011

+++Elektrifizierend

+++Irgendwie habe ich heute das Gefühl, als kommt alles zusammen. Als fügen sich all diese Stränge zu einem Muster, das anfängt, Sinn zu ergeben.
Als würde man bei einem Puzzle zwei große Teile, die man schon geschafft hat zusammenbringen und plötzlich erkennen, dass am Ende vielleicht doch ein Bild dabei herauskommt.
Ich könnte mich irren. Es könnte ein koffeininduziertes Gehirnaneurysma sein. Ich könnte mich versehentlich auf ein Acid-Tab gesetzt haben und die Substanz über die Haut aufgenommen haben ohne es zu merken.

Vielleicht werde ich verrückt. Ich deute wahrscheinlich auch zu viel in diese immer stärker und immer klarer werdenden Deja-vus hinein.
Vielleicht steckt aber auch etwas anderes dahinter.

+++TEEBATUSASULA

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Dienstag, 7. Juni 2011

+++Darius

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Darius, Darjawesch, Darawesch usw., eigentlich Dariuvahush oder Kurzform Dariush, kommt aus dem Altpersischen und bedeutet das Gute besitzend. In Polen ist er einer der häufigst verwendeten Männernamen (Dariusz). In Deutschland war Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts aber auch die weibliche Form Daria gebräuchlich. Der Ursprung dieses Namens liegt im Persischen (dariusch) und ist bekannt als Name einiger Könige des Großpersischen Reiches. Auch heute wird er im Iran als männlicher Vorname genutzt.




Jeder bekommt, was er verdient. Ich wollte einen Auftrag und meiner Vergehen wegen erteilten sie mir einen. Servierten mir einen, wie etwas, das ich bestellt hatte.

Samstag, 14. Mai 2011

+++Igorrr

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Äh... was?
Ich kann mich nicht entscheiden, ob es die schlimmste oder die beste Musik ist, die ich jeh gehört habe.